Aktuelles
2025
Das große Streuen
300 m³ Torfmoos auf 6 ha
05/12/2025 Auf insgesamt 6 Hektar wurden 300 m³ Torfmoose in MOOSland ausgebracht. Das Projekt will, dass eine kleine Pflanze groß rauskommt – das Torfmoos.
Als nachwachsender Rohstoff kann es Torf im Gartenbau, z.B. in der Gemüseproduktion ersetzen. Es lässt sich auf wiedervernässten degradierten Hochmooren klimafreundlich anbauen und schneidet mit insgesamt nur 10 t CO₂-Äq./ha/Jahr (inkl. Ernte, vgl. Daun et al. 2023) bei den THG-Emissionen dreimal besser ab als ein Hochmoorgrünland (32 t).
Forschungsprojekte aus den vergangenen 20 Jahren haben gezeigt, dass Torfmoosanbau funktioniert. Auf den MOOSland-Versuchsflächen im Hankhauser und im Barver Moor wird die Anbaumethode jetzt optimiert.
Die Vorbereitung der Flächen erfolgte besonders schonend: Der Oberboden wurde nur minimal abgetragen, Fahrdämme dienen lediglich als Begrenzung und das Bewässerungssystem wurde minimiert. Die Aussaat erfolgte per Raupe, um den empfindlichen Moorboden zu schonen.
Die Wissenschaftler untersuchen jetzt, wie die Torfmoose in diesem neuen Produktionssystem im Vergleich zum alten wachsen und welche Auswirkungen auf Treibhausgas-Bilanz, Biodiversität, Hydrologie, Nährstoffe, Ökonomie usw. damit verbunden sind. Dabei unterscheiden sich die beiden Standorte hinsichtlich der klimatischen und hydrologischen Bedingungen. Daraus sollen in einem Handbuch Maßnahmen für die erfolgreiche Umsetzung von Torfmoos-Paludikultur und ihre Grenzen abgeleitet werden. Beide Demonstrationsflächen dienen zudem als Anschauungsobjekte für zahlreiche interessierte Gruppen und insbesondere für den parallel stattfindenden Stakeholderprozess in den beiden Landkreisen.
Ein Video über die Aussaat ist auch auf Instagram zu sehen.
🔗 Mehr über das Modell und Demonstrationsvorhaben MOOSland auf moosland.net
Neu: Eddy-Turm auf Torfmoos
für exakte Treibhausgas-Emissionen
20/11/2025 Ein nagelneuer Eddy-Kovarianz-Turm steht seit Kurzem auf einer Pilotfläche im MOOSland-Projekt. Er erfasst kontinuierlich die CO₂- und Methanflüsse der ganzen Fläche, von Dämmen, Gräben und Torfmoosen. Die Wissenschaftler*innen wollen damit über die nächsten acht Jahren bestätigen, dass die Paludikultur mit Torfmoosen klimafreundlich ist.
Einen Tag und drei Personen hat der Aufbau gebraucht, natürlich plus viele Vorarbeiten vom Testbetrieb der Geräte im Labor, dem Verlegen von Stromkabeln zum Standort im Gelände oder dem Bau einer einfachen Plattform aus Brettern. Allein der Aufbau des Tripods dauerte vier Stunden. Anschließend wurden Stromkästen und Datenlogger am Turm befestigt, die für die Kommunikation der Instrumente untereinander verantwortlich sind. Dazu zählen CO₂- und Methan-Sensoren, Kamera, Ultraschall-Anemometer und Router, der die Daten nach außen überträgt. Jedes Instrument verfügt über eine eigene IP-Adresse für den Remote-Zugriff. Dieser ermöglicht nicht nur das Abrufen, sondern auch das Steuern der Instrumente – eine Besonderheit dieses Eddy-Turms, die über den Standard hinausgeht. Am Folgetag war nur noch etwas Feintuning nötig, um Winkel, Abstände und Ausrichtung der Sensoren optimal einzustellen. Jetzt funkt der „Eddy“ und erste Auswertungen erwarten die Wissenschaftler*innen in ungefähr einem Monat.
Warum das wichtig ist: Die Daten liefern belastbare Grundlagen für Politik, Unternehmen und Forschung, um die Klimawirkung von Torfmoos-Paludikultur zu bewerten und zu optimieren.
Mehr Infos und Einblicke gibt es außerdem in diesem Video.
Infoveranstaltung „Mensch trifft Moor"
Exkursion & Podium
20/10/2025 Gemeinsam haben die Arbeitsgruppen der Universität Osnabrück, der Landkreis Diepholz und die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz vom MOOSland Projekt am Montag, den 20. Oktober 2025, eine Informationsveranstaltung mit dem Titel "Mensch trifft Moor" durchgeführt. Gestartet ist die Veranstaltung mit einer Führung zu Torfmoos Paludikultur auf unserer Projektfläche im Barver Moor. Dr. Jens-Uwe Holthuis von der Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz, die die Paludikulturfläche betreut, gab einen informativen Einblick in die einzelnen Schritte bei der Erstellung, Pflege und Bewirtschaftung von Paludikulturflächen.
Weitere Informationen über diese Veranstaltung können im Blogbeitrag nachgelesen werden.







